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Admin 29.12.2024 14:17:25

Fruchtfolge und Struktur der Fruchtfolgen

Unter Fruchtfolge versteht man eine Methode der geplanten Fruchtfolge und Organisation der auf bestimmten Parzellen (Feldern) oder größeren Ackerflächen angebauten Kulturen. Eine effektive Fruchtfolge ist eine Praxis, die keine zusätzlichen Kosten verursacht, aber die Grundlage für die Anwendung moderner Technologien für jede Kultur innerhalb des Fruchtfolgesystems bildet.

Es spielt eine Schlüsselrolle als Mittel zur effizienten Landnutzung. Bei der Gestaltung spezieller Fruchtfolgen – Feld-, Gemüse- oder Mischfruchtfolgen – müssen Landwirte Faktoren wie pflanzenbiologische Anforderungen, wirtschaftliche Zwänge und Bodenklimabedingungen berücksichtigen. Diese Faktoren bestimmen die Struktur und zeitliche Verteilung der Kulturpflanzen auf den verschiedenen Feldern.

Fruchtfolge

Die Fruchtfolge hängt hauptsächlich von ihrer biologischen Verträglichkeit und dem Grad der Widerstandsfähigkeit gegen einen langfristigen Anbau am gleichen Ort ab. Beispielsweise weisen Weizen und Gerste – Vertreter der Getreidekulturen – eine geringe Resistenz auf, wenn sie über mehrere Jahre hinweg wiederholt auf demselben Feld ausgesät werden. Ihre Erträge sinken und auch die Qualität der Produkte – etwa der Gluten- und Proteingehalt – verschlechtert sich. Dies ist auf die Ansammlung spezifischer pathogener Mikroorganismen im Boden zurückzuführen, die die Verfügbarkeit von mineralischem Stickstoff verringern.

Pflanzenstruktur in der Fruchtfolge

Die Struktur der Kulturpflanzen bestimmt ihren relativen Anteil an der Fruchtfolge. Es muss den agroklimatischen Bedingungen der Region entsprechen – Temperaturen, Niederschläge und Bodeneigenschaften. Einige Nutzpflanzen – wie Baumwolle, Erdnüsse und Sesam – benötigen während der Vegetationsperiode bestimmte Temperaturen und Luftfeuchtigkeit, weshalb sie für Südbulgarien geeignet sind.

Die Dauer der Fruchtfolge und die Anzahl der Felder darauf hängen von der Art und Verträglichkeit der Kulturpflanzen ab. Beispielsweise ermöglichen Kulturen mit hoher Selbsttoleranz kürzere Fruchtfolgen, während Kulturen mit geringer Toleranz längere Aussaatabstände erfordern. Zu komplexe Fruchtfolgen mit vielen Feldern sind nicht zu empfehlen, da sie eine maschinelle Bewirtschaftung, Düngung und Bewässerung erschweren.

Beispielrichtlinien für Spezialfruchtfolgen

In abschüssigem Gelände empfiehlt sich der Einsatz von Kulturen mit bodenschützender Wirkung, wie zum Beispiel mehrjährige Gräser oder Getreide-Hülsenfrucht-Mischungen. Der Anteil der Grabenkulturen in solchen Systemen sollte 25 % nicht überschreiten. Beispielhafte Fruchtfolge: Weizenernte – Grabenfrucht – Weizen – Weizen-Hülsenfrucht-Mischung oder Gräser für zwei Jahre, gefolgt von Grabenfrüchten und Getreide.

Um die Herbst-Winter- und Frühlingsregenfälle zu nutzen, können Wintererbsen mit Getreidemischungen sowie Frühkartoffeln oder Frühlingserbsen-Hafer-Mischungen geeignete Vorläufer für Grundnahrungsmittel wie Körnermais, Sorghum oder Tabak sein. Nach der Ernte des Wintergetreides können Nebenfrüchte wie Silomais, Hirse, Bohnen oder späte Kartoffelsorten ausgesät werden.

Häufige Dürren in den Sommer- und Herbstmonaten der letzten Jahre machen den Einsatz dürreresistenter Kulturen und Sorten mit kurzer Vegetationsperiode erforderlich. Einige Grund- und Sekundärkulturen erfordern Bewässerung, um gute Erträge zu gewährleisten.

Durch die Anwendung der oben genannten Richtlinien können Landwirte ihre Produktionspraktiken entsprechend den Bedingungen in ihrer Region optimieren.

Beispiel einer Fruchtfolge (Tabelle)

300 ha, 6 Felder à 50 ha


JahrFeld 1Feld 2Feld 3Feld 4Feld 5Feld 6
1WeizenSonnenblumeMaisLuzerneGersteTriticale
2SonnenblumeWeizenGersteLuzerneMaisHafer
3MaisHaferSonnenblumeLuzerneWeizenGerste
4GersteMaisWeizenLuzerneSonnenblumeHafer
5WeizenGersteHaferLuzerneMaisSonnenblume


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